Systemisch-lösungsorientierte Kurzzeit-Therapie

Diese Therapieform unterscheidet sich deutlich von den bekannten Verfahren. Da unsere westliche Kultur immens von den Gedanken Sigmund Freuds und seiner Nachfolger beeinflusst wurde, ist lösungsorientiertes Vorgehen für auch manche Klienten überraschend.

Häufig ist es jedoch nicht wichtig (oder möglich) zu wissen, wie und warum ein Problem entstanden ist; entscheidend ist vielmehr herauszufinden, welche Lösungsmöglichkeiten dem Betroffenen zur Verfügung stehen – und welche schließlich funktionieren.

Außerdem wird in diesem Therapieverfahren der Einzelne nicht isoliert betrachtet, sondern realistischerweise stets als Teil eines „Systems“ angesehen – sei dies Familie, PartnerIn, Kollegenkreis o.a. Die möglichen Reaktionen dieses „Systems“ bzw. seiner Mitglieder zu bedenken, ist jedoch häufig entscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer Therapie. Dies ist dadurch zu erklären, dass jedes menschliche Verhalten das Ergebnis einer zwischenmenschlichen Wechselwirkung ist, jede Wahrnehmung das Ergebnis von physikalischem Eindruck UND durch Erfahrung geprägter Erwartung. Solche Wechselwirkungen sollten also bedacht und ggf. eingeplant werden, wenn einzelne Teile des „Systems“ Veränderungen anstreben.

Anders beschrieben:
Wenn in diesem kybernetischen Würfel jedes Element mit jedem locker verbunden ist, wird die Bewegung (Veränderung) eines einzelnen Elements alle anderen Elemente ebenfalls in Bewegung (Veränderung) versetzen.

Abbildung Kybernetischer Würfel

Kurzzeittherapie heißt diese Therapieform deswegen, weil in der Regel deutlich weniger Therapiestunden notwendig sind, bis sich Erfolg einstellt. Dabei können die Abstände zwischen einzelnen Terminen auch mal mehrere Wochen betragen.

Das Motto systemisch-lösungsorientierter Therapie stammt von dem Begründer der Kurzzeittherapie, Steve de Shazer:

Wenn etwas funktioniert, tue mehr davon! Wenn etwas nicht funktioniert, tue etwas anderes!

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