Hochbegabung bei Kindern

In jahrelanger therapeutischer Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern musste es auffallen, dass erstaunlich viele sehr gut und hoch begabte Kinder darunter waren.

Auch die Kombination von hoher Begabung und AD(H)S, für die in unserer Praxis ein eigenes Therapiekonzept SMILE entwickelt wurde, scheint nicht ganz selten zu sein.

Nun ist es weder neu noch verwunderlich, dass Kinder auffallen, die manche Dinge zwar ausgezeichnet können oder wissen (oft sind es sehr ausgefallene), andere aber gar nicht beherrschen (wollen). Die manchmal extreme Unausgewogenheit ihrer Leistungen lassen sie sowohl unter Gleichaltrigen als auch gegenüber Erwachsenen leicht zu Außenseitern werden – und dies ganz besonders, wenn die Ursache ihrer Besonderheiten nicht erkannt wird. Dies ist aber derzeit leicht möglich, da infolge historischer Entwicklung elitäres Denken eher verpönt und es wahrscheinlicher zu sein scheint, dass ein schwach begabtes Kind in öffentlichen Schulen liebevoll und spezifisch gefördert wird, als dass ein hochbegabtes in seinen Fähigkeiten gewürdigt und gezielt gefördert (und gefordert!) wird.

So ist die therapeutische Begleitung von hochbegabten Kindern und ihren Eltern (und Lehrern!) zu einem weiteren Schwerpunkt unserer Praxis geworden. Anders als frühere Generationen vermuteten, hat es sich dabei als hilfreich erwiesen, nicht nur die Erwachsenen, sondern auch das Kind selbst über seine ausgezeichneten Fähigkeiten zu informieren und es dazu zu animieren, diese auszubauen – und auch dazu zu benutzen, um vorhandene Schwächen auszugleichen – mit manchmal ungewöhnlichen Methoden.

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